Fachbeitrag: Sturm

Fachbeitrag

Sturm – Definitionen und Versicherungsdeckung
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Entstehung und Erscheinung

Sturmwinde können entstehen, wenn hohe Druckgradienten ( hohe Druckunterschiede auf relativ kurzer Distanz ) auftreten. Diese sind als Sturmtief häufig im Einflussbereich starker Tiefdruckgebiete vorhanden. Ferner können Sturmwinde durch topographisch bedingte Kanalisierung des Windes entstehen, zum Beispiel als Talwind in engen Tälern.

Meteorologische Sturmdefinition

Sturm ist Wind mit einer über 10 Minuten gemittelten Geschwindigkeit zwischen 75 und 117 km/h.
In der Beaufortskala wird er mit Windstärke 9-11 bezeichnet. Als Orkan, Windstärke 12, wird Wind mit einer Geschwindigkeit von über 118 km/h bezeichnet. Auch Föhnstürme können Orkanstärke erreichen. Von stürmischem Wind wird ab 63 km/h mittlerer Windgeschwindigkeit gesprochen.
Erreicht der Wind nur kurzzeitig ( für wenige Sekunden) Sturmstärke, so spricht man von einer Sturmböe.

Versicherungstechnische Definition der Kantonalen Gebäudeversicherungen KGV

Sturm wird definiert, indem im Wesentlichen auf das Schadenbild eines Kollektivschadens und erst in zweiter Linie auf Windgeschwindigkeiten abgestützt wird:

  1. Sturm ist eine atmosphärisch bedingte Luftbewegung von ausserordentlicher Heftigkeit.
  2. Das Vorliegen eines Sturms im versicherungstechnischen Sinn wird vermutet, wenn in der Umgebung des versicherten Objektes an einer Mehrzahl von ordnungsgemäss erstellten und unterhaltenen Gebäuden insbesondere Dächer ganz oder zum Teil abgedeckt werden oder gesunde Bäume erheblich beschädigt werden.
  3. Ist das Kollektivschadenbild nicht in der in Abs. 2 beschriebenen Intensität gegeben, kann die Gebäudever-sicherung den Schaden vergüten, wenn bezüglich des versicherten Objekts die Windgeschwindigkeit von mindestens 63 km/h (10-Minuten-Mittel) oder mehrere Böenspitzen von mindestens 100 km/h gemessen werden.
  4. Liegt aus umgebungsbedingten Gründen kein Schadenbild gemäss Abs. 2 vor und können die Messwerte gemäss Abs. 3 nicht auf das versicherte Objekt angewendet werden, kann die Gebäudeversicherung den Schaden vergüten, wenn auf Grund des Schadenbildes am versicherten Objekt davon ausgegangen werden muss, dass die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 erfüllt gewesen wären.

Wann bezahlt die Gebäudeversicherung Sturmschäden nicht?

Die Regelungen der einzelnen Kantonalen Gebäudeversicherungen KGV unterscheiden sich geringfügig. Als Beispiel wird hier die Gebäudeversicherung Bern genommen:

  1. Schäden, die nicht auf eine Einwirkung von aussergewöhnlicher Heftigkeit oder die auf fortgesetztes Einwirken zurückzuführen sind
  2. Schäden, die voraussehbar waren und deren Entstehen durch rechtzeitige, zumutbare Massnahmen hätten verhindert werden können. Beispielsweise (€¦) Arbeiten oder Konstruktionen, die nicht nach den Regeln der Baukunst erfolgt sind bzw. erstellt wurden oder infolge mangelhaften Gebäudeunterhaltes

Dies kann in der Praxis bedeuten, dass neue Gebäude, die nicht den aktuellen SIA-Normen (Regeln der Baukunst) entsprechen, keinen Versicherungsschutz geniessen. Im speziellen sei hier die SIA-Norm 261 Einwirkungen auf Tragwerke erwähnt.

Weiter wird vom Eigentümer erwartet, dass er den übliche Gebäudeunterhalt tätigt. Dies kann z. B. das erneute Anbringen von fehlenden Befestigungselementen sein.

Quellenhinweise (Internet):

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