Fachbeitrag: Gefahrenkarten

Fachbeitrag

Fachbeitrag Gefahrenkarten

Was sind Gefahrenkarten

Auf der Grundlage der Bundesgesetze über den Wasserbau und Wald sind die Kantone verpflichtet, Gefahrenkarten für Hochwasser, Lawinen, Rutschungen sowie Sturzprozesse zu erstellen und diese bei raumwirksamen Tätigkeiten zu berücksichtigen. Bis 2011 sollen die Karten schweizweit vorliegen.

Was sagen Gefahrenkarten aus?

Gefahrenkarten zeigen auf, welche Siedlungsräume durch Naturgefahren bedroht sind. Aus ihnen lässt sich ablesen, welche Flächen überschwemmt werden können, wo Lawinen herunterkommen und welcher Hang ins Rutschen geraten kann. Sie geben zudem Informationen, wie häufig und intensiv die Ereignisse in einem Gebiet auftreten können. Gefahrenkarten dienen der Nutzungsplanung, um Gefahrengebiete zu meiden und der Planung von technischen Schutzmassnahmen. Zudem sind sie ein wichtiges Instrument bei der Notfallplanung.

Die Gefahrenkarte gibt eine detaillierte Ãœbersicht über die Gefährdungssituation in fünf Gefahrenstufen: rot, blau, gelb, gelb-weiss gestreift, weiss. Sie enthält detaillierte Angaben über Ursachen, Ablauf, räumliche Ausdehnung, Intensität und Eintretenswahrscheinlichkeit von Naturgefahren.

Die fünf Gefahrenstufen

  • Rot
    Personen sind sowohl innerhalb als auch ausserhalb von Gebäuden gefährdet. Mit der plötzlichen Zerstörung von Gebäuden ist zu rechnen
    => Keine Ausscheidung neuer Bauzonen; keine Errichtung oder Erweiterung von Bauten und Anlagen
  • Blau
    Personen sind innerhalb von Gebäuden kaum gefährdet, ausserhalb davon liegt jedoch eine Gefährdung vor. Mit Schäden an Gebäuden ist zu rechnen, jedoch sind plötzliche Gebäudezerstörungen in diesem Gebiet nicht zu erwarten, falls gewisse Auflagen bezüglich Bauweise beachtet werden
    => Ausscheidung neuer Bauzonen nur nach Vornahme einer Interessenabwägung; Baubewilligungen nur mit Auflagen
  • Gelb
    Personen sind kaum gefährdet. Mit geringen Schäden an Gebäuden bzw. Behinderungen ist zu rechnen. Es können jedoch erhebliche Schäden in Gebäuden auftreten
    => Hinweis auf die Gefahrensituation; Empfehlungen für bestehende Bauten und Erwägung von Auflagen für Neubauten (z.B. verstärkte bergseitige Wände gegen Lawinendruck)
  • Gelb-weiss schraffiert
    Hinweisbereich, der eine Restgefährdung bzw. ein Risiko mit einer sehr geringen Eintretenswahrscheinlichkeit aufzeigt
    => Hinweis auf Gefahrensituation; Auflagen bei sensiblen Nutzungen und grossem Schadenpotenzial
  • Weiss
    Keine oder vernachlässigbare Gefährdung

Was haben die Gefahrenkarten für Auswirkungen?

Künftig untersagen die Baugesetze das Bauen für den Aufenthalt von Mensch und Tier in der roten Gefahrenzone. Doch auch für Eigentümer bestehender Bauten kann die Einstufung in eine Gefahrenzone einschneidende Konsequenzen haben. So können Parzellen und Liegenschaften an Wert verlieren.

Links

Link zum Geoportal der Kantone. Hier können viele Gefahrenkarten eingesehen werden.

Link zum Thema Naturgefahren des Bundesamtes für Umwelt BAFU

Link zum Thema Gefahrenkarten auf Wikipedia

Beispiele von Gefahrenkarten

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Quelleangaben:
– Bundesamt für Umwelt BAFU
– Abteilung Naturgefahren Kanton Bern
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